Reisebericht Koh Chang Dezember 2019 von Irene Fuchs

Schon lange habe ich mich gefragt, wie die Situation der Strassenhunde in Koh Chang ist und wie unsere Spenden eingesetzt werden.

Am 3. Dezember 2019 ging es dann los, mit der Swiss von Zürich nach Bangkok und anschliessend fünf Stunden mit dem Minibus in Richtung kambodschanische Grenze. Nur noch die Fähre trennte uns von der Insel Koh Chang… und dann waren wir da.
Bereits am nächsten Tag, das erste Highlight, Besuch bei meinem Patenhund Oldman, ein emotionaler Moment. Dieser superliebe, anhängliche, alte Strassenhund ist leider fast blind und fast taub, findet sich aber in seiner gewohnten Umgebung gut zurecht. Oldman liess sich gerne von uns knuddeln, ich war tief bewegt von seinem Zutrauen zu uns.

Anschliessend besuchten wir den Shelter, wo uns dreiundzwanzig, überaus liebe, Hunde erwarteten. Hier konnten wir Streicheleinheiten ohne Ende verteilen. Der Shelter wird von Volontären betreut, überaus motivierte, tierliebende junge Menschen aus aller Welt. Viel Zeit verbrachten wir mit den drei vierbeinigen Zwergen, die uns in die Schweiz begleiten durften. Anfangs waren sie sehr scheu, aber nach zwei Tagen vertrauten sie uns und wir konnten sie auf den Arm nehmen. Auch gingen wir täglich mit dem gelähmten Rosco und einem weiteren Hund an den Strand. Vor allem Roscos Augen leuchteten, wenn er merkte, dass er spazieren gehen durfte.

Nebst den täglichen Besuchen bei Oldman und im Shelter durfte ich auch bei Besprechungen zum Bau des neuen Tierheimes dabei sein und lernte einheimische Tierschützer und weitere interessante Menschen kennen.
Die Betreuung der Strassenhunde ist durch Tina, Agniezka und Mo, Jean Pascal bestens gewährleistet und wir sahen gut genährte Hunde. Durch die Kastrationen hat sich auch die Anzahl der Strassenhunde deutlich verringert.

Eines Abends, als wir bei unseren Mopedvermietern vorbeifuhren, winkten sie uns zu sich und erzählten von drei Welpen, die in der Nähe lebten, die über und über mit Zecken befallen waren. Wir sind dann mit den Kleinen in die Tierklinik von Dr. Tookta gefahren, wo wir Zeckenmittel erhielten und dieses auch gleich applizierten. Bereits am übernächsten Tag waren die Welpen zecken- und wurmfrei. Die Behandlung hatte ihnen das Leben gerettet. Der Gedanke der Tierliebe und des Tierschutzes geht langsam, aber sicher, auf die einheimische Bevölkerung über, toll.

Ein weiteres schönes Erlebnis war, dass sich zwei Volontäre in einen Shelter-Hund verliebten und dieser nun im Januar nach Italien ausreisen darf.
Leider gingen die 12 Tage viel zu schnell vorbei und ich musste mich, schweren Herzens, von Oldman, den Shelter-Hunden, den Volontären, den Tierschützern und der Tierärztin verabschieden.

Mit dem Minibus ging es wieder zurück nach Bangkok und einen Tag später flogen wir zurück nach Hause.

Ich konnte mich überzeugen, dass unsere Spenden verantwortungsvoll eingesetzt werden und dass damit eine Verbesserung der Situation auf Koh Chang stattgefunden hat.

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